

Artenschutz
Aktiv für den Artenschutz
Nachhaltig und vielfältig: So präsentiert sich das
Artenschutzengagement des Kölner Zoos.
Das Engagement des Kölner Zoos
Einige Projekte steuern wir in Eigenregie. Bei anderen Maßnahmen unterstützen
wir Partnerorganisationen mit Know-how und/oder Geldmitteln. Wir verknüpfen jedes
neue Großbauprojekt im Zoo mit einem passenden Naturschutzvorhaben.

Unsere Arbeit
Mit Zuwendungen für unsere verschiedenen Projekte konnten wir allein zwischen 2009 und 2025 rund 3,5 Mio. Euro für den Artenschutz spenden. Aber auch vor Ort, im Rheinland, machen wir uns für den Artenschutz stark. Dabei kooperieren wir mit lokalen Organisationen wie dem NABU Köln.
Als Wissenschaftlich geführter Zoo erfüllen wir zahlreiche Aufgaben. Wir sind einerseits ein attraktiver Ort, um Unterhaltung, Spaß, Erholung und Bildung miteinander zu verbinden. Andererseits sind wir uns der Problematik des Artenstrebens bewusst und deshalb in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Akteur weltweiter Natur- und Artenschutzinitiativen geworden. Über nationale Verbände wie den Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und international aktive und vernetzte Organisationen wie dem Europäischen Zooverband (EAZA) oder dem Weltverband der Zoos (WAZA) stimmen wir unsere Maßnahmen und Initiativen wirkungsvoll untereinander ab.
Nachzuchten und Forschung
Im Fokus unserer Arbeit steht die Nachzucht bedrohter Tierarten unter artgemäßen Haltungsbedingungen. Dabei werden für mehr als 1.000 verschiedene Arten weltweit Zuchtprogramme koordiniert und Zuchtbücher geführt. Nahezu die Hälfte der so gemanagten Tierarten steht als „gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Ziel ist es, für genetisch variable und überlebensfähige Bestände in Menschenhand zu sorgen und nach Möglichkeit Tiere zur Auswilderung bereitzustellen.
Aufgrund dieses Engagements der Zoos weltweit konnten Tierarten wie Wisente, Kalifornische Kondore, Balistare, Przewalskipferde und Säbelantilopen vor dem Aussterben bewahrt werden. Darüber hinaus sind wir auch in der Forschung aktiv und kooperieren mit der Universität zu Köln und weiteren Forschungsinstitutionen. Ein Großteil des Wissens über Wildtiere stammt aus der Forschungsarbeit an diesen Tieren in menschlicher Obhut. Ohne dieses Engagement würden wir heute viel weniger über die Biologie von Tieren wissen, nicht nur in Tiergärten, sondern auch im Freiland

Auswahl unserer Projekte


- BIOTOPSCHUTZ / Belize
- GROSSER AMEISENBÄR / Brasilien
- MENSCH–TIER–KONFLIKTE / Eswatini
- AMPHIBIENSCHUTZ / Deutschland
- OKAPIS / Kongo
- GORILLAS UND BONOBOS / Kongo
- SCHWARZFUSSKATZE / Südafrika
- LEMUREN UND VÖGEL / Madagaskar
- PRZEWALSKIPFERDE / Asien, Ungarn
- BIODIVERSITÄTSFORSCHUNG UND -SCHUTZ / Vietnam, Laos
- BÄRENSCHUTZ / Südostasien
- PHILIPPINENKROKODIL / Philippinen
- SINGVÖGEL / Indonesien
- ELEFANTENSCHUTZ / Sri Lanka
- BAUMKÄNGURU / Papua–Neuguinea

Wie Zoologische Gärten die Biologische Vielfalt schützen
Nicht zuletzt machen es sich moderne Zoos
zur Aufgabe, ihre jährlich weltweit mehr als
700 Millionen Besucher
– davon mehr als 65 Millionen allein in Deutschland – für den Arten- und Umweltschutz zu begeistern. Denn Zoos sind für viele Menschen oftmals die einzige Möglichkeit, Wildtiere hautnah erleben zu können. Wer einmal Tiger, Elefanten oder Nashörner aus nächster Nähe betrachtet hat, kann anschließend sehr viel besser nachvollziehen, wieso der Schutz von Natur und Tieren so wichtig für uns ist.
Ein weltweites Netzwerk
Rund um den Globus unterstützen Zoos hunderte von Artenschutzprojekten und helfen bei der Bewahrung natürlicher Lebensräume. Sie geben dafür jährlich rund
350
Millionen US-Dollar
aus. Zoos unterstützen diese Projekte aber nicht nur finanziell. Mitarbeiter und Angestellte der Zoologischen Gärten sind direkt vor Ort aktiv und stellen ihre Erfahrungen und ihr Know-how zur Verfügung.
Eigene Projekte
Selbst initiativ werden
Der Kölner Zoo führt in unterschiedlichen Regionen der Erde eigene Naturschutzprojekte durch. Beispielhaft dafür steht die 1999 aufgenommene Arbeit in Vietnam, die sich zunächst auf die Region Phong Nha-Ke Bang im Zentrum des Landes fokussierte. Mittlerweile erstreckt sie sich auf viele weitere Regionen in Vietnam und zusätzlich auch Laos.
Biodiversitätsforschung und Naturschutz in Vietnam und Laos

Projektland:
Vietnam | Laos
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Reptilien | Amphibien
Tätigkeitsfeld:
Forschung | Schutzmaßnahmen | Amtshilfe in Stationen und Zoos | Umweltbildung | Lehre
Verantwortliche:
Prof. Dr. Thomas Ziegler (Kölner Zoo) | Dr. Truong Quang Nguyen (IEBR, Vietnam)
Laufzeit:
seit 1999
Verantwortliche:
Vietnam | Laos
Jährliche Unterstützung:
bis 60.000 Euro
Vietnam
Das Land beherbergt eine außergewöhnliche Vielfalt an seltenen und bedrohten Tieren, darunter auch Großwirbeltiere, die erst in den vergangenen Jahrzehnten entdeckt wurden. Dazu zählen das Saola-Rind und der Riesenmuntjak. Aber auch viele Reptilien und Amphibien kommen nur hier vor. Leider ist diese einzigartige Vielfalt durch Lebensraumverlust und Wilderei stark bedroht. Viele Tiere verschwinden, bevor sie wissenschaftlich erforscht werden können.
In Vietnam und Laos entdeckte unser deutsch-vietnamesisches Team in den vergangenen Jahren über
100
neue Wirbeltier-Arten
Prof.
Dr. Thomas Ziegler
leitet das Aquarium des Kölner Zoos und ist Koordinator der Naturschutzprojekte in Vietnam und Laos. Zusammen mit seinem vietnamesischen Partner Dr. Truong Quang Nguyen ist er seit Jahren in Forschung und Naturschutz in Südostasien aktiv.
Forschung für den Naturschutz
Der Kölner Zoo betreibt zusammen mit Partnern aus Vietnam und Laos seit Jahren Biodiversitätsforschung. Dabei geht es nicht nur um die Entdeckung neuer Arten, sondern auch um die Erforschung ihrer Ökologie und Bestandsentwicklung, um passende Schutzmaßnahmen im natürlichen Lebensraum ergreifen zu können.
Melinh
Der Auf- und Ausbau von Stationen zur Aufnahme konfiszierter Tiere sowie ihre Haltung, Nachzucht und Erforschung ist ein weiterer Schwerpunkt des deutsch-vietnamesischen Teams. Der Fokus liegt auf der MelinhStation für Biodiversität im Norden Vietnams, die vom Institut für Ökologie und Biologische Ressourcen (IEBR) in Hanoi betrieben wird. Die Station verfügt über Auffanggehege für Reptilien, Amphibien und Primaten. Der Kölner Zoo hat mit Prof. Dr. Ziegler und seinem Team beim Auf- und Ausbau der Station wichtige Aufbauhilfe geleistet. Für die hoch bedrohte Krokodilschwanzechse wird mit großzügigen Anlagen ein Erhaltungszuchtprogramm eingerichtet. Auch die Lebensweise anderer hoch bedrohter Reptilien und Amphibien kann hier unter optimalen Bedingungen erforscht und Nachzuchtprogramme aufgebaut werden. Durch Wiederaufforstungen wird der Wald von Melinh zur wichtigen Pufferzone für den angrenzenden Tam Dao Nationalpark. Melinh wird außerdem mit Unterstützung des Kölner Zoos und der Friedrich-Ebert-Stiftung Hanoi zu einem Zentrum für Umweltbildung ausgebaut
Weitere Tätigkeitsfelder
Der Kölner Zoo unterstützt weitere Auffangstationen und Zoos in Vietnam, so auch den Saigon Zoo. Hier geht es vor allem um Beratung bei Anlagenbau und Haltungsmanagement, den Aufbau von Erhaltungszuchten sowie Schulungen in der Gesundheitsfürsorge der Tiere.
Die Erfolge
Das Team des Kölner Zoos und seiner vietnamesischen Partner konnte in den vergangenen Jahren in Vietnam und Laos über 100 neue Wirbeltierarten entdecken. Durch ihre Erforschung können jetzt sinnvolle Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. Für die hoch bedrohte Krokodilschwanzechse startete in Melinh ein vielversprechendes Erhaltungszuchtprogramm, ebenso für die bedrohte Geckoart Cnemaspis psychedelica in Südvietnam. Durch seine Tätigkeit als Dozent an den Universitäten von Hanoi und Ho Chi Minh City bildet Prof. Dr. Thomas Ziegler den Nachwuchs in Wissenschaft und Naturschutz vor Ort selber aus.



Erhaltung der Wechselkröte im Kölner Raum

Projektland:
Deutschland | Köln
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Wechselkröte
Tätigkeitsfeld:
Forschung | Erstellung von Schutzkonzepten | Populationsaufstockung
Verantwortliche:
Prof. Dr. Thomas Ziegler (Kölner Zoo/ Universität Köln) | Prof. Dr. Miguel Vences (Technische Universität Braunschweig) | Elmar Schmidt (NABU- Naturschutzstation)
Laufzeit:
seit 2015
Verantwortliche:
bis 5.000 Euro

Köln
Die Wechselkröte hat in Köln ein Schwerpunkt-Vorkommen innerhalb von NRW. Für die deutschlandweit als gefährdet und in NRW sogar als stark gefährdet eingestufte Art trägt die Stadt Köln daher eine besondere Verantwortung.
In Köln ist der Bestand der Wechselkröten in den vergangenen Jahren um mehr als
50%
zurückgegangen.
Prof.
Dr. Thomas Ziegler
ist auf Seiten des Zoos verantwortlich für das Projekt. Prof. Dr. Miguel Vences von der TU Braunschweig unterstützt das Projekt u. a. mit genetischen Untersuchungen. Für das Schutzkonzept vor Ort ist Elmar Schmidt von der NABU-Naturschutzstation verantwortlich, übergeordnete Behörde ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.
Das Projekt
In Zusammenarbeit von NABU-Naturschutzstation, der TU Braunschweig, der Uni Köln und dem Kölner Zoo werden die noch vorhandenen Bestände der Wechselkröte systematisch erfasst. Von den Tieren werden Proben genommen, die sowohl auf mögliche Krankheitserreger als auch auf ihre Genetik untersucht werden. Die Universität Braunschweig ermöglicht diese Untersuchungen. Davon versprechen wir uns Aufschluss über die Ursachen des Rückgangs Der Kölner Zoo bemüht sich parallel um Hilfestellung beim Aufbau einer Ersatzpopulation, um rückläufige Bestände ggf. stabilisieren zu können. Gemeinsam mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB) hat er eine Ausstellung zu Biologie und Bedrohung aufgebaut, die zugleich Hälterungen für eine geschützte Aufzucht von Ersatzpopulationen für die rückläufigen Bestände bereithält. Aufgrund der Populationsanalysen kann dann das bereits in Bearbeitung befindliche Schutzkonzept optimiert werden. Besondere Bedeutung wird der Pflege von Gewässern und dem Anlegen von sogenannten Trittsteinbiotopen, die den Austausch zwischen den Biotopen ermöglichen, zukommen. 2019 wurde das Engagement von NABU Naturschutzstation Leverkusen-Köln, Kölner Zoo und TU Braunschweig geehrt und das gemeinsame Projekt “Artenschutz für die Wechselkröte in Köln” als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.
Die Wechselkröte
In NRW kommt die Wechselkröte nur in der Kölner Bucht vor. Kiesgruben und andere schütter bewachsene Flächen mit grabbaren Böden und geeigneten Laichgewässern sind von besonderer Bedeutung für die Art. Diese Lebensräume müssen aber gepflegt werden, sonst wachsen sie zu. Einige sind auch durch die fortschreitende Siedlungsentwicklung bereits verschwunden. Die verbliebenen Habitate sind meist voneinander abgeschnitten, so dass kein genetischer Austausch stattfindet. Für die Wechselkröte ist in den vergangenen Jahren ein alarmierender Bestandsrückgang festgestellt worden. Mehr als die Hälfte der ehemals bekannten Vorkommen sind bereits ganz verschwunden.


Elefantenschutz in Sri Lanka

Projektland:
Sri Lanka
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Elefanten
Tätigkeitsfeld:
Wiederauswilderung | Forschung | Management von Mensch-Tier-Konflikten
Verantwortliche:
Christopher Landsberg (Kölner Zoo) Dr. Alexander Sliwa (Kölner Zoo) Brian Batstone (Kölner Zoo) Dr. Vijitha Perera (Wildtier- behörde Sri Lanka)
Laufzeit:
seit 2012
Jährliche Unterstützung:
5.000 Euro
Vietnam
Mit ca. 65.000 km² ist Sri Lanka nicht einmal so groß wie Bayern, beherbergt aber mit ca. 6.000 Elefanten ein Zehntel des gesamten Bestandes asiatischer Elefanten. Manche Tiere werden als Tempelelefanten, als Arbeitselefanten oder als Reittiere für Touristen gehalten. Doch der überwiegende Teil der Tiere lebt wild.
Sri Lanka beherbergt
1/10
des asiatischen Elefantenbestandes.
Vorstand Christopher Landsberg und Kurator Dr. Alexander Sliwa
sind auf Seiten des Zoos für das Projekt verantwortlich. Unser ehemaliger Elefantenpfleger Brian Batstone fungiert als „Mittelsmann“ zwischen Köln und Sri Lanka. Dr. Vijitha Perera ist als Vertreter der Wildtierbehörde der Verantwortliche in Sri Lanka.
Verehrt und gefürchtet
Obwohl Sri Lanka eine lange Tradition der Elefantenverehrung hat, kommt es in dem kleinen aber bevölkerungsreichen Land verstärkt zu Konflikten zwischen den Dickhäutern und den dort ansässigen Menschen.Elefanten leben in Herden von mehreren Dutzend Tieren, die riesige Flächen brauchen, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Auf ihren Wanderungen werden ihnen oft die Wege von Zäunen oder Stacheldraht verbaut. Andererseits gelangen die Tiere immer wieder auf Plantagen von Bauern und zerstören die Felder und manchmal auch Gebäude. Nicht selten kommen dabei die Elefanten oder auch Menschen zu Schaden.
Die Erfolge
Im Oktober 2014 hat der Kölner Zoo vier telemetrische Halsbänder finanziert und die Wiederaussiedlung mit vorbereitet. Mit Hilfe der Halsbänder können die langen Wanderungen der Tiere verfolgt werden. In Zukunft sollen hier GPS-Halsbänder zum Einsatz kommen, die die Bewegungen der Tiere direkt über Satellit weitergeben.
Das Projekt
Die Auffang- und Wiederauswilderungsstation Udawalawe im Süden des Landes kümmert sich seit 1995 um junge Elefanten, die bei Konfliktsituationen zu Schaden gekommen sind, sei es, dass sie verletzt wurden oder ihre Muttertiere verloren haben. Seit über zehn Jahren wird die Station von Dr. Perera geleitet. In der Station werden die Tiere zunächst wieder aufgepäppelt und medizinisch versorgt. Danach versucht man, sie in kleinen sozialen Gruppen wieder im angrenzenden Nationalpark auszusiedeln. Die Mitarbeiter der Station kümmern sich außerdem um Mensch-Tier-Konflikte in der Region. Sie siedeln zum Beispiel „Problemelefanten“ um oder verhandeln mit den Bauern Ausgleichszahlungen. Der Kölner Zoo unterstützt die Wiederauswilderung der Elefanten, indem er Halsbänder für die telemetrische Überwachung finanziert, die Auswilderung wissenschaftlich betreut und das Knowhow aus der Elefantenhaltung in Zoos weitergibt.



Schutz der Schwarz- fusskatzen in Südafrika

Projektland:
Südafrika
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Schwarzfußkatze, die kleinste wildlebende Katzenart Afrikas
Tätigkeitsfeld:
Multidisziplinäre Forschung über Biologie, Verbreitung und Gesundheitszustand | Öffentlichkeitsarbeit
Verantwortliche:
Dr. Alexander Sliwa
Laufzeit:
seit 2008 durch den Kölner Zoo unterstützt
Verantwortliche:
ca. 5.000 Euro
Südafrika
Die Schwarzfußkatze ist die kleinste wild lebende Katzenart Afrikas. Sie wird wegen ihres relativ kleinen Verbreitungsgebietes und der geringen Siedlungsdichte als „gefährdet“ in der roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) geführt.
Von 2008 bis 2015 wurden
40
Schwarzfusskatzen mit Radiohalsbändern besendert.
Dr. Alexander Sliwa
Kurator im Kölner Zoo, hat 2008 die internationale und interdisziplinäre Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Er arbeitet seit 1992 kontinuierlich an der Erforschung der Schwarzfußkatze. Vor Ort ist seit 2013 die Namibierin Martina Küsters als dauerhafte Feldforscherin aktiv. Einer ihrer Schwerpunkte ist das Sammeln und Auswerten der Daten von Tieren, die mit einem Radiohalsband ausgestattet sind.
Der Hintergrund
Schwarzfußkatzen kommen vor allem in der Nama-Karoo-Halbwüste und in den Trockensavannengebieten im südlichen Afrika vor. Sie bewohnen Gebiete mit nur wenig Niederschlägen, vorzugsweise zwischen 200 – 600 mm pro Jahr. Ihre Lebensräume sind seit der Besiedlung durch europäische Einwanderer und die immer intensivere Einflussnahme des Menschen besonders bedroht. Während für charismatische Großsäuger wie Gepard oder Spitzmaulnashorn, die ebenfalls in diesen Gebieten leben, schon seit längerem Schutzmaßnahmen existieren, war dies für die Schwarzfußkatze lange Zeit nicht der Fall. Eine 2008 unter Leitung von Dr. Alexander Sliwa, Kurator im Kölner Zoo, ins Leben gerufene Arbeitsgruppe widmet sich dem auf wissenschaftlichen Datenerhebungen beruhenden Schutz der Tiere.
Die Erfolge
Das Schwarzfußkatzenprojekt ist eines der wenigen Langzeitprojekt an einer der kleineren, wenig bekannten, wilden Katzenarten weltweit. Die kontinuierliche Sammlung von Vergleichsdaten zu Fortpflanzung, Überlebensraten, Wanderungen, Streifgebietsgrößen und deren Änderung über Jahre hinweg sind von hoher Bedeutung. Nur die Kenntnis dieser wichtigen Faktoren der Populationsökologie ermöglicht eine bessere Einschätzung des Schutzstatus einer solch versteckt lebenden und seltenen Art. Somit wurde in der neuesten Überprüfung durch die Rote Liste der IUCN der Status „gefährdet“ erhalten, während viele andere als selten eingeschätzte Katzenarten in geringere Gefährdungskategorien eingestuft wurden.
Das Projekt
Die Arbeitsgruppe besteht aus Biologen, Naturschützern und Veterinären aus Südafrika, Namibia, den USA und Deutschland. Mit unterschiedlichen Maßnahmen wollen sie die sehr seltene Katzenart schützen. Die Forscher arbeiten multidisziplinär daran, so viele Informationen wie möglich über Biologie, Verbreitung und Gesundheitszustand der Schwarzfußkatze zu sammeln. Denn nur auf Basis dieser Daten lassen sich wirkungsvolle Maßnahmen einleiten, die den Erhalt der bedrohten Tiere sicherstellen. Der Kölner Zoo unterstützt Kurator Dr. Alexander Sliwa bei seiner Forschungsarbeit, indem er ihm Zeit und Ressourcen für mehrwöchige Aufenthalte im Heimatgebiet der Schwarzfußkatze zur Verfügung stellt. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe führt Dr. Sliwa dabei zum Beispiel Fangaktionen wild lebender Tiere durch. Nach dem Fang werden sie narkotisiert und anschließend gründlich medizinisch untersucht. Dadurch gewinnen die Forscher zum Beispiel Erkenntnisse über den Gesundheitszustand. Die meisten Tiere werden vor ihrer Freilassung mit einem Radiohalsband ausgestattet und über mehrere Jahre überwacht, um valide Vergleichsdaten sammeln zu können, zum Beispiel über ihre Nahrungsgewohnheiten und Größe und Nutzung ihrer Streifgebiete. Gemeinsam mit örtlichen Naturschützern sucht die Arbeitsgruppe zudem den Kontakt zu Landbesitzern, Landarbeitern und ihren Familien, Tourismusexperten und Medienvertretern und sensibilisiert durch Vorträge und Exkursionen für die Bedeutung von Natur- und Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt der Schwarzfußkatze.



Management von Mensch-Tier-Konflikten

Projektland:
Eswatini
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Flusspferd | Krokodil | Nashorn
Tätigkeitsfeld:
Management von MenschTierKonflikten | Unterstützung von Antiwilderer-Einheiten | Forschung
Verantwortliche:
Dr. Alexander Sliwa (Kölner Zoo) Mickey Reilly (Big Game Parks)
Laufzeit:
seit 2009
Jährliche Unterstützung:
25.000 US Dollar
Eswatini
Das kleine Königreich Eswatini im südlichen Afrika beherbergte einst zahlreiche Säugetiere. Doch die wachsende Bevölkerung, die Intensivierung der Landwirtschaft, die Ausbeutung der Bodenschätze und die Grosswildjagd haben zur Ausrottung der einstigen Vielfalt beigetragen – es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen Mensch und Tier.
Dramatischer Rückgang der Spitzmaulnashörner um
98%
Dr. Alexander Sliwa
ist verantwortlich für das Projekt. Als Kurator für den Hippodom und viele andere Reviere liegt ihm nicht nur das Wohl der Flusspferde und Nashörner im Kölner Zoo, sondern auch in Eswatini am Herzen.
Nashornschutz tut Not
In den 1960er Jahren lebten in Afrika noch rund 100.000 Spitzmaulnashörner. Das Bevölkerungswachstum und insb esondere die Wilderei sorgten für einen dramatischen Rückgang um 98 Prozent. Inzwischen werden jährlich weltweit mehr als 1.000 Nashörner gewildert und auch in Eswatini ist der Nashorn bestand dadurch stark gefährdet. Mit Unterstützung des Kölner Zoos begegnet die nationale Naturschutzbehörde Big Game Parks der Wilderei mit effektiven Anti-Wilderer-Patrouillen. Außerdem steht der Kölner Zoo seinem Partner beim Management der Tiere beratend zur Seite.
Die Erfolge
Der Kölner Zoo ist seit 2009 in Eswatini aktiv und unterstützt seinen Partner Big Game Parks mit jährlich 25.000 Dollar beim Schutz von Flusspferd, Krokodil, Nashorn und Co. Dabei geht es in erster Linie darum, die Konflikte zwischen den Menschen und den als gefährlich eingestuften Tieren zu lösen oder zu vermindern. Zum Management der Mensch-Tier-Konflikte werden verschiedene Maßnahmen ergriffen:
- Am Uferbereichen von Flüssen werden geschützte Bereiche eingerichtet, an denen die Menschen gefahrlos Wasser holen können.
- Flusspferde und Krokodile, die immer wieder Schaden anrichten oder Menschen angreifen, werden in geschützte Gebiete umgesiedelt.
- Durch den Bau und die Reparatur von Dämmen entstehen neue Stauseen und somit zusätzliche Lebensräume für wasserbewohnende Arten.
- Außerdem konnten mit wissenschaftlicher Begleitung durch den Kölner Zoo zwei Antilopenarten in Eswatini wieder angesiedelt werden.


PROJEKTE MIT PARTNERN
ANDERE FÖRDERN
Der Kölner Zoo steuert nicht nur eigene Natur- und Artenschutzprojekte, sondern fördert auch die Arbeit ausgewählter Partnerorganisationen. So werden inzwischen über 20 kleinere und größere Projekte in Afrika, Asien, Südamerika und Europa auf vielfältige Weise unterstützt.
HANDYS FÜR GORILLAS
UND BONOBOS

Projektland:
Republik Kongo
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Gorilla | Bonobo
Tätigkeitsfeld:
Forschung
Verantwortliche:
Dr. Alexander Sliwa, Ruth Dieckmann (Kölner Zoo) Gorillas: Mbeli Bai Study (Wildlife Conservation Society Kongo) | Bonobos: Dr. Barbara Fruth (Bonobo alive e.V.)
Laufzeit:
seit 2012
Jährliche Unterstützung:
5.000 Euro pro Projekt
KONGO
Die Republik Kongo ist eine der artenreichsten Regionen der Erde. Lebensraumzerstörung, Bür- gerkriege, Epidemien wie Ebola, aber auch der Bergbau machen der Tierwelt des Kongo schwer zu schaffen
Sowohl die Gorillas als auch die Bono- bos leiden unter den sich ausbreiten- den Minen für Gold und Coltan.
In Gegenden mit Ebola-
Infektionen hat es bis zu
95%
VERLUSTE
bei den westlichen Flachland- gorillas gegeben.
Ruth Dieckmann
betreut die Handysammelaktion (handy@koelnerzoo.de). Den Kontakt zu den Projekt- verantwortlichen in Kongo hält Dr. Johanna Rode-White.
Der Hintergrund
Was hat mein Handy mit Gorillas und Bonobos zu tun? In Mobiltelefonen ist neben vielen anderen Metallen auch das seltene Erz Coltan verbaut, das im Lebensraum der Berggorillas und Bonobos abgebaut wird. Durch den Handyboom weiten sich die Coltanminen aus, der Lebensraum für die Menschenaffen schrumpft. Indem wir alte Handys sammeln und zum Recycling weitergeben, wird der Druck auf den Coltanabbau reduziert. Zugleich erhalten wir für die Handys eine Gutschrift, die Gorilla und Bonobo-Schutzprojekten zugute kommt. Wenn Sie Handys abgeben möchten, wenden Sie sich bitte an handy@koelnerzoo.de.
Projekt Mbeli Bai
Im Kongo haben sich die Westlichen Flachlandgorillas einen einzigartigen Lebensraum erobert: riesige, natürliche Waldlichtungen, sogenannte Bais. Mbeli Bai liegt im Südosten des Nouabalé-Ndoki-Nationalparks und umfasst eine Fläche von 13 ha. Hier sind regelmäßig 130 Gorillas anzutreffen. Forscher der Wildlife Conservation Society (WCS) untersuchen die Dynamik des Zusammenlebens und die Faktoren, die Wachstum und Fortpflanzung der Gruppe beeinflussen. Erst mit diesem Wissen kann man Schutzkonzepte planen. Der „Club Ebobo“ (kongolesisch für Gorilla) vermittelt Schulkindern die Bedeutung des Gorillaschutzes. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Ökotourismus, der Reisenden die Möglichkeit bietet, die Tiere aus der Nähe zu betrachten. Das eingenommene Geld fließt dem Projekt zu.
Die Erfolge
Der Kölner Zoo hat seit Beginn der Handyaktion im Frühjahr 2009 über 100.000 Althandys zum Schutz der Gorillas und Bonobos gesammelt. Vor allem Schulklassen, Kirchengemeinden, aber auch Firmen und Sportvereine haben die Kampagne mit großen Sammlungen unterstützt. Viele Schulklassen verbinden ihre Auseinandersetzung mit dem Thema „Müll“ oder „Regenwald“ mit einer Handysammlung.
Projekt Bonobo Alive
Bonobos sind die Menschenaffen, die am engsten mit uns Menschen verwandt sind. Sie haben ihr Verbreitungsgebiet ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo. Dort aber werden sie regelmäßig gewildert und ihr Fleisch auf Märkten verkauft. Bonobo Alive ist eine Naturschutzorganisation, die sich um den Schutz dieser einzigartigen Menschenaffenart bemüht. Gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort und der kongolesischen Naturschutzbehörde arbeiten sie an einer nachhaltigen Allianz zum Schutz der Bonobos vor Wilderern.
absolut schützenswert
Der Kölner Zoo hat seit Beginn der Handyaktion im Frühjahr 2009 über 100.000 Althandys zum Schutz der Gorillas und Bonobos gesammelt.
Feldforschung zum Schutz des Grossen Ameisenbären

Projektland:
Brasilien
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Großer Ameisenbär
Tätigkeitsfeld:
Forschung
Verantwortliche:
Dr. Alexander Sliwa (Kölner Zoo) | Dipl. Biol. Lydia Möcklinghoff
Laufzeit:
seit 2012
Verantwortliche:
5.000 Euro
Südamerika
Der Große Ameisenbär ist eine Charakterart Südamerikas mit außergewöhnlichem Format. Er ist ein wichtiger Botschafter für den Schutz des Pantanals, eines der bedrohten Naturparadiese Südamerikas. Über das Leben von Großen Ameisenbären in freier Wildbahn weiß man bis heute nur wenig. Darum ist es kaum möglich, Schutzkonzepte für die stark gefährdete Tierart zu entwickeln.
In Uruguay und Nordargentinien gilt der Große Ameisenbär bereits als ausgestorben.
Dr. Alexander Sliwa
Kurator für die Ameisenbären im Zoo, ist für das Projekt verantwortlich. Dipl. Biol. Lydia Möcklinghoff erforscht den Großen Ameisenbären in unterschiedlichen Gebieten seiner Verbreitung.
Der Große Ameisenbär
Große Ameisenbären sind Einzellgänger. Die spezialisierten Tiere ernähren sich ausschließlich von Ameisen und Termiten, die sie mit ihrer langen, klebrigen Zunge auflecken. Auf der Roten Liste der IUCN wird der Große Ameisenbär als gefährdet aufgeführt. In Uruguay und Nordargentinien gilt er bereits als ausgestorben. Besonders die Zerstörung des Lebensraums, aber auch der Straßenverkehr machen dem eher langsamen Tier zu schaffen.
Die Erfolge
Eine deutsch-brasilianische Kooperation aus Veterinärmedizinern und Biologen setzt das erste und aktuell einzige mehrjährige Forschungsprojekt zu Ökologie und Verhalten des Großen Ameisenbären. Diese langjährige Arbeit wird unter anderem durch die finanzielle und fachliche Unterstützung des Kölner Zoos möglich.
Mittlerweile verfügt das Team über eine umfangreiche Datenbasis und große Expertise. Mit Hilfe von Kamerafallen und durch Verhaltensbeobachtungen wird die Lebensweise des Großen Ameisenbären in freier Wildbahn erforscht. Ein Fotoregister der „ansässigen” Individuen wurde angelegt. Erstmalig konnte beobachtet werden, dass weibliche Ameisenbären jährlich Nachwuchs bekommen. Es konnte gezeigt werden, dass die meisten Individuen in stabilen, sich gegenseitig überlappenden Streifgebieten leben. Ein zuvor noch nicht beobachtetes Kommunikationssystem mittels Duftmarken wurde entdeckt.
Die Zukunft
Unsere Forschung geht weiter. In diesem Jahr werden wir große Ameisenbären mit GPS-Sendehalsbändern ausstatten. Mithilfe dieser Halsbänder können die Bewegungsmuster der Ameisenbären über ein Jahr verfolgt werden, auch in der Überschwemmungszeit. Diese Daten sind entscheidend, um dringend nötige Schutzkonzepte für die Art und ihren Lebensraum entwickeln zu können.
Das Pantanal
Das Pantanal ist eines der größten Binnenfeuchtgebiete der Erde und ein Zentrum für Biodiversität in Südamerika. Zur Regenzeit wird das vielfältige Mosaik aus Wäldern, Savannen, Flüssen und Seen einmal jährlich großflächig überschwemmt. Die Region wird seit Jahrhunderten mittels traditioneller, nachhaltiger Rinderzucht bewirtschaftet. In den letzten Jahrzehnten wurden jedoch weite Teile des Landes für intensive Weidewirtschaft und die Gewinnung von Holzkohle entwaldet. Experten schätzen, dass die reiche Natur des Pantanals ohne effektive Schutzkonzepte bis zum Jahr 2050 verloren sein könnte.



Schutz der Flora und Fauna Madagaskars

Projektland:
Madagaskar
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Lemuren | Vögel | Amphibien
Tätigkeitsfeld:
Forschung | Schutzkonzepte | Umweltbildung
Verantwortliche:
Bernd Marcordes (Kölner Zoo) | Eric Miller (Madagascar Fauna and Flora Group)
Laufzeit:
seit 2011
Jährliche Unterstützung:
10.000 US Dollar
Madagaskar
Durch die besondere Entwicklungsgeschichte Madagaskars – die Insel hat sich bereits vor ca. 150 Mio. Jahren von Afrika und vor 90 Mio. Jahren vom Indischen Subkontinent abgespalten – konnte sich auf der viertgrößten Insel der Welt eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln, allen voran die Lemuren. Da Madagaskar zugleich aber zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, ist diese Vielfalt hoch bedroht.
80 %
der Säugetier- und Vogelarten
die in Madagaskar vorkommen, leben nur hier.
Bernd Marcordes
Als Kurator für das Madagaskarhaus und die Vögel liegt ihm das Wohl der einzigartigen madagassischen Fauna besonders am Herzen.
Der Hintergrund
Madagaskar gehört zu den biologischen Hotspots. Viele Tier- und Pflanzenarten konnten sich durch die einzigartige Entstehungsgeschichte Madagaskars nur hier entwickeln. Dazu zählen 80 Prozent der Säugetier und Vogelarten, 95 Prozent der Reptilienarten und 100 Prozent der Amphibien. Werden sie ausgerottet, sind sie für die ganze Welt verloren. Durch seine Tradition in der Lemurenhaltung sieht sich der Kölner Zoo in der Verantwortung, sich für den Erhalt der madagassischen Fauna stark zu machen.
Die Erfolge
Bereits dreimal ist es gelungen, Nachzuchten des Schwarzweißen Varis in Betampona auszuwildern und den Bestand damit aufzustocken. Ein weiterer Fokus der MFG ist die Erforschung der madagassischen Amphibienfauna. Im Jahr 2013 wurde nachgewiesen, dass auch auf Madagaskar der Chytridpilz verbreitet und wahrscheinlich für den Rückgang einer Vielzahl von Amphibien verantwortlich ist. Methoden zur systematischen Untersuchung der frei lebenden Amphibien auf den Pilz, aber auch der Aufbau gezielter Nachzuchtprogramme wurden eingerichtet. Auch die einzigartige Pflanzenwelt ist über Jahre gezielt erforscht und zur Vermehrung gebracht worden.
Ein umfangreiches Bildungsprogramm für Schulklassen, aber auch Interessierte aus der Bevölkerung komplettiert das Angebot der MFG. Das Ivoloina Conservation Training Center ermöglicht Schülern, Lehrern, Studenten und angehenden Wissenschaftlern, praktische Erfahrungen in der Naturschutzarbeit zu machen.
Das Projekt
Der Kölner Zoo ist Mitglied der Madagaskar Fauna & Flora Group (MFG), Direktor Theo Pagel sitzt im Management Board. In diesem Konsortium sitzen Mitarbeiter renommierter Zoos, Botanischer Gärten, Repräsentanten der madagassischen Regierung sowie Vertreter von Naturschutzbehörden und ortsansässigen NGOs, um gemeinsam Schutzkonzepte für die madagassische Flora und Fauna zu entwickeln und umzusetzen.
Die MFG hat ihren Sitz in Taomasina, der zweitgrößten Stadt der Insel. Von dort betreut sie zum einen den Parc Zoologique de Ivoloina. Dieser 4 ha große Zoo beherbergt nur madagassische Arten und dient den Behörden auch als Auffangstation für konfiszierte Tiere. Daneben gibt es ein großes Trainingscenter, in dem Workshops und Unterweisungen für Studenten stattfinden. Auch nachhaltige Anbaumethoden und Wiederaufforstungsprojekte werden hier entwickelt.
Etwa 40 km landeinwärts liegt das Naturreservat Betampona. Hier leben Lemuren und andere Wirbeltierarten in einem intakten, aber nach außen begrenzten Waldstück. Mitarbeiter der MFG führen Bestandserhebungen durch und prüfen, wo es sinnvoll ist, Lemuren wieder anzusiedeln.

Hier leben 80 Prozent der Säugetier- und Vogelarten 95 Prozent der Reptilien- arten und 100 Prozent der Amphibien.
Shipstern
Refugium für
Mittelamerikas Fauna

Projektland:
Belize
(Schwerpunkt-) Tierarten:
Jaguar, Tapir, Pekari, uvm.
Tätigkeitsfeld:
Schutz der Biodiversität | Umweltbildung | Ökotourismus
Verantwortliche:
Prof. Theo B. Pagel & Christopher Landsberg (Kölner Zoo) Heron Moreno (CSFI)
Laufzeit:
seit 2015
Jährliche Unterstützung
ca. 5.000 Euro
Südamerika
Im mittelamerikanischen Land Belize findet man eine einzigartige Flora und Fauna. Zwischen den trockenen Tropenwäldern Yucatans und den feuchten Regenwäldern Zentralamerikas, erstreckt sich ein Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen. Hier leben Tapire, Pekaris, Hirsche, Jaguare, Pumas, Krokodile und zahlreiche Vogelarten.
Shipstern zählt zu den letzten Flachland-Regenwäldern Mittelamerikas.
Prof. Theo B. Pagel und Christopher Landsberg
Von Seiten des Kölner Zoos betreuen Prof. Theo B. Pagel und Christopher Landsberg das Projekt. Es untersteht dem International Tropical Conservation Fund (ITCF). Die Naturschutzarbeit vor Ort leistet die Corozal Sustainable Future Initiative (CSFI), die von Heron Moreno geleitet wird.
Mit Unterstützung des Kölner ZooShops.

Shipstern
Der International Tropical Conservation Fund (ITCF) ist seit 25 Jahren im 100km² großen Shipstern Nature Reserve im Nordosten von Belize aktiv. Konsequent werden hier die wertvollen Ressourcen des Gebietes geschützt. Zuständig für die Schutzmaßnahmen ist die Corozal Sustainable Future Initiative (CSFI), deren Ranger Polizisten gleichgestellt sind. Sie kämpfen gegen illegale Abholzung und Brandrodung, damit Korridore und Pufferzonen nicht verloren gehen.
Honey Camp National Park & Freshwater Creek Forest
2013 wurde die CSFI von der Regierung damit beauftragt, auch den Schutz des weiter im Inland liegenden Honey Camp National Park sowie des dort angrenzenden Freshwater Creek Forest zu übernehmen. Dadurch konnten weitere wichtige Schutzgebiete geschaffen werden. Die Gesamtfläche der drei Gebiete, die von CSFI gemanagt wird, beträgt jetzt 235km².
Die Erfolge
Durch die schon lange währende Arbeit von CSFI und konsequenten Patroullien seiner Ranger zählt das Gebiet um Shipstern und Honey Camp zu den letzten saisonalen Flachlandregenwäldern Mittelamerikas mit einer nach wie vor großen Artenvielfalt. Dieser Reichtum wird durch gezielte Programme auch Touristen zugänglich gemacht. Die Einnahmen aus dem Ökotourismus fließen, wie auch alle Spendengelder, zu 100 Prozent in den Naturschutz. Es werden Löhne, Ausrüstung und Treibstoff davon entrichtet, der administrative Aufwand wird möglichst gering gehalten. Im Gebiet von Freshwater Creek werden nachhaltige Forstwirtschaftsmethoden erprobt. Dazu werden in den nächsten Jahren über 200.000 Mahagoni- und andere Hartholzbäume gepflanzt.Der Kölner Zoo ist Mitglied der Madagaskar Fauna & Flora Group (MFG), Direktor Theo Pagel sitzt im Management Board. In diesem Konsortium sitzen Mitarbeiter renommierter Zoos, Botanischer Gärten, Repräsentanten der madagassischen Regierung sowie Vertreter von Naturschutzbehörden und ortsansässigen NGOs, um gemeinsam Schutzkonzepte für die madagassische Flora und Fauna zu entwickeln und umzusetzen.
Die MFG hat ihren Sitz in Taomasina, der zweitgrößten Stadt der Insel. Von dort betreut sie zum einen den Parc Zoologique de Ivoloina. Dieser 4 ha große Zoo beherbergt nur madagassische Arten und dient den Behörden auch als Auffangstation für konfiszierte Tiere. Daneben gibt es ein großes Trainingscenter, in dem Workshops und Unterweisungen für Studenten stattfinden. Auch nachhaltige Anbaumethoden und Wiederaufforstungsprojekte werden hier entwickelt.
Etwa 40 km landeinwärts liegt das Naturreservat Betampona. Hier leben Lemuren und andere Wirbeltierarten in einem intakten, aber nach außen begrenzten Waldstück. Mitarbeiter der MFG führen Bestandserhebungen durch und prüfen, wo es sinnvoll ist, Lemuren wieder anzusiedeln.
Die Zukunft
Langfristiges Ziel ist es, die drei Schutzgebiete Shipstern, Honey Camp und Freshwater Creek durch Ökokorridore miteinander zu verbinden. Das gesamte Gebiet soll einem nachhaltigem Tourismus zugänglich sein dessen Einkünfte der Bevölkerung vor Ort zugute kommen. Die Vision des International Tropical Conservation Funds ist, das Modell von Shipstern und seiner umliegenden Schutzgebiete auch auf andere Länder zu übertragen.



Zoos: Gemeinsam stark für den Artenschutz

Stiftung Artenschutz: Zoos machen sich stark für Biodiversität
Die Stiftung Artenschutz ist eine Gemeinschaftsinitiative von Zoologischen Gärten, Tierparks und Naturschutzorganisationen, die einen wesentlichen und effektiven Beitrag zur Bewahrung existenziell gefährdeter Tierarten, ihrer genetischen Vielfalt und ihrer Ökosysteme leisten.
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ZOO NACHHALTIG
Zoo nachhaltig
Die Nachhaltigkeitsstrategie des Kölner Zoos
Es liegt auf der Hand, dass sich ein so stark für den Arten- und Umweltschutz engagiertes Unternehmen wie der Kölner Zoo beim Thema nachhaltige Unternehmensführung ehrgeizige Ziele setzt. Denn wer sich bei mehr als 20 Projekten weltweit für den Erhalt der natürlichen Biodiversität einbringt, will auch vor der eigenen Haustüre – bei den internen Betriebsprozessen – auf Nachhaltigkeit achten. Unsere Ziele und Vorhaben bündeln wir in unserer Nachhaltigkeitsstrategie.
Die Nachhaltigkeitsstrategie zum NachlesenNachhaltiger Fisch für Mensch und Tier
Der Kölner Zoo hat als erster Zoo in Deutschland nachhaltig gefangenen Fisch mit MSC-Siegel auf den Speiseplan gesetzt. Nicht nur die Zoobesucher kommen in der Zoogastronomie in nachhaltigen Fischgenuss, sondern auch bei den Seelöwen und Pinguinen gehören ab sofort MSC-zertifizierter Hering und Makrele aus nachhaltiger Fischerei zum Menü. Dafür hat sich der Kölner Zoo zusammen mit seiner Zoogastronomie nach dem Rückverfolgbarkeitsstandard des MSC zertifizieren lassen.
Unser Zoo ist außerdem Partner des Bildungsprojektes „Schlau fischen mit Kurt dem Kutter!“. Gemeinsam mit dem MSC (Marine Stewardship Council) haben wir Projektmaterialien entwickelt, um das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der natürlichen Ressource Fisch zu stärken und unseren Zoobesuchern Möglichkeiten eines nachhaltigen Fischkonsums aufzuzeigen.



